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Info:

DORV= Dienstleistung und Ortsnahe RundumVersorgung

ist ein Konzept, entwickelt von der DORV- Zentrum GmbH in Barmen bei Jülich. Heinz Frey, Geschichtslehrer und mittlerweile ehrenamtlicher Geschäftsführer der DORV GmbH hatte die Idee, die er mit vielen ehrenamtlichen Mitstreitern in die Tat umgesetzt hat. Das seit 5 Jahren bestehende Erfolgsmodell wurde und wird mittlerweile in weitere Bundesländer exportiert und kam im Zuge des Projekts Lebensqualität durch Nähe (LQN) der SPES-Zukunftsakademie Freiburg nach Öhringen-Michelbach. 

Die im Januar beauftragte Basisuntersuchung von Jürgen Spelthann, dem Projektleiter der DORV-Zentrum GmbH wurde in einer Bürgerversammlung in Michelbach vorgestellt, eine schriftliche Bürgerbeteiligung ist derzeit im Gang. 

Als nächster Schritt ist ein Kompetenzteam zu bilden, das ab Ende Juni die hoffentlich zahlreich eingehenden Fragebögen auswertet und zusammen mit der Verwaltung weitere Schritte zur Umsetzung erarbeitet. Großes Interesse zeigen die Michelbacher an der Zukunft und Nahversorgung des Ortes. Die Präsentation gab viele Anregungen für intensiven Austausch untereinander. Das Projekt kann nur gelingen, wenn möglichst viele aktiv mitmachen.

 

 

 

Juni 2011: Genossenschaft gegründet

Am 09.06.2011 hat sich die Genossenschaft s'Lädele Michelbach a.W. eG gegründet. Hierzu haben sich 256 Gründungsmitglieder eingefunden.

Schon bei der Bürgerversammlung im Mai 2011 hat das Team 'Michelbach mit Zukunft' eine ausgesprochen positive Resonanz erlebt. Das die Michelbacher den Dorfladen wollen zeigt schon,  daß innerhalb von 2 Stunden bereits 378 Absichserklärungen zur Zeichnung von Anteilsscheinen gezeichnet wurden. Die Anteilsscheine haben einen Wert von je 100 Euro, bei 378 Anteilsscheinen entspricht das somit einen Wert von 37.800 Euro !

Trotzdem ist man damit noch nicht am Ziel: es sollen mindestens 700 bis 800 Genossenschaftsanteile erreicht werden. Die Bürger von Michelbach wurden und sind deshalb dazu aufgerufen, weitere Anteile zu zeichnen.

Auf der Website www.michelbach-wald-dorfladen.de kann man das Anwachsen der Anteilsscheine mitverfolgen. Im Mai hatte man bereits 500,  im Juni 597 und im Juli bereits 659 Anteile, was 65.900 Euro entspricht.

Somit können die Baumaßnahmen vorgenommen werden, Gebäude Inneneinrichtung und Wareneinkauf stehen auf solidem finanziellen Grund. Dem Bürgerschaftlichen Engagement sei es gedankt.  


Wie alles begann

Ein "DORV"-Laden für Michelbach ?

Quelle: 
Seite der Stadt Öhringen in der Hohenloher Zeitung · Nr. 7  /  10. Juni 2010

Basis-Untersuchung zur Nahversorgung Öhringen-Michelbach vorgestellt 

Michelbach hat Versorgungsnöte. Erst machte der Metzger, dann im Oktober des vergangenen Jahres der Spar-Laden dicht. Nun haben die 1400 Einwohner des größten Öhringer Teilortes weitere Wege in Kauf zu nehmen, um sich mit bestimmten Dingen des täglichen Bedarfs einzudecken. 

Chancen auf Besserung der Situation bestehen mit der Einrichtung eines DORV-Zentrums. 

Um die Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung unter einem Dach zu leisten, ist allerdings bürgerschaftliches Engagement gefordert. 

Das Interesse der Michelbacher an dem Nahversorgungskonzept ist groß. Knapp 250 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen kürzlich auf Einladung der Stadt und des Ortschaftsrates in die Sporthalle Michelbach, um sich über das Ergebnis der Basisuntersuchung zur Realisierbarkeit eines Dorfladens in Michelbach zu informieren. 

Oberbürgermeister Thilo Michler und Ortsvorsteher Klaus Hornung sagten bei ihrer Begrüßung, „dass die Analyse ein erster Schritt ist“. Sie soll aufzeigen, welche Möglichkeiten es gäbe. Vordringlich gelte es jedoch Stimmung und Mitwirkungsbereitschaft der Bevölkerung zu ermitteln. „Denn ohne die geht es nicht“, lautet das Fazit. 

Albert Küchel von der städtischen Wirtschaftsförderung führte sodann kurz in das Thema ein. Er erläuterte das Zustandekommen des Projektes Lebensqualität durch Nähe (LQN) und die Zusammenarbeit der das DORV-Konzept für Öhringen betreuenden SPES-Zukunftsakademie in Freiburg (siehe Info rechts). 

SPES-Geschäftsführerin Ingrid Engelhart und Jürgen Spelthann, Verfasser der Basisuntersuchung, stellten zu Beginn ihres Vortrags zum DORV-Projekt fest: „Erhalt und Schaffung dörflicher Nahversorgung ist Lebensqualität.“ Das werde besonders augenfällig, wenn, wie in Michelbach, diese plötzlich wegbreche, leiteten sie über zu einem eindrucksvollen Einführungsfilm, der das DORV-Zentrum in Jülich-Barmen, einen Laden zur Grundversorgung des 1400-Einwohner-Dorfes vorstellte. 

 

Die Projekt-Idee 

Das Modell-Projekt in der nordrheinwestfälischen Gemeinde beruht auf dem Drei-Säulen-Prinzip. 

Dazu gehören die Deckung des täglichen Bedarfs, das Angebot von Dienstleistungen und eine soziale Service-Station. Auf Michelbacher Verhältnisse heruntergebrochen, schlägt Spelthann die Erweiterung des Konzeptes um zwei weitere Säulen vor: die Kommunikation (Café) und die Kultur (Bibliotheks-Ecke). 

 

Das Projekt-Ziel 

Die Macher des Jülicher Projektes wollen ein passgenaues Angebot unter einem Dach für das Dorf schaffen. Bündelung, Konzentration, regionale Ausrichtung, qualitativ gutes Angebot und der Wegfall der Entfernung zu diesen Angeboten sorgen dort für den Erfolg dieses Modells. Sowohl Ältere, junge Familien, Berufstätige, Neubürger und Singlehaushalte sollen auch in Michelbach erreicht werden. Sie alle sind aufgefordert selbst mit abzustimmen, ob die Sache ein Erfolg werden kann. 

 

Projekt-Umsetzung 

Denkbar für die Umsetzung wären drei Betriebsvarianten: 

- Das bürgerschaftliche Modell, bei dem die Bürgerschaft selbst aktiv wird. Mit Eigenleistung, Ehrenamt, Kapital, Engagement und Energie lässt sich das Projekt „DORV“ umsetzen. 

- Das kaufmännische Modell beruht auf dem Prinzip der Existenzsicherung und deren Ausbau. Aktive Kaufleute, Bäcker, Metzger, Landwirte sichern sich mit einer Geschäftserweiterung neue Einnahmequellen. Bestehende Standorte lassen sich gezielt erhalten, was Vorteile für Betreiber und Kunden bietet. 

- Das Integrative Modell ist eine Version des Dorfkonzeptes, die zurzeit noch weiter entwickelt wird. Sie beruht auf der Einbindung und Aktivierung von Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Behinderung. Durch entsprechende Aufgaben sollen bestimmte gesellschaftliche Gruppen über das DORV-Projekt leichter und besser in die Gesellschaft integriert werden. 

 

Die Rechtsform 

Wahlmöglichkeiten bestehen auch bei der Rechtsform. Die DORV GmbH Jülich-Barmen hat für ihr bestehendes Projekt eine Kombination aus Verein und GmbH gewählt. Letztere wird vom Verein getragen. Die Vereinsmitglieder bestimmen die Geschäftspolitik und tragen die GmbH. Die GmbH ist für den laufenden Geschäftsbetrieb verantwortlich. Denkbar wäre aber auch ein genossenschaftliches Modell, wobei dafür nicht unerhebliche jährliche Prüfgebühren anfallen.

 

Allen Konzepten gemeinsam ist die Aussage, dass nach Erfahrungen aus anderen Projekten ein Nahversorgungszentrum als „DORV-Zentrum“ nur mit der bürgerschaftlichen Lösung sinnvoll ist. 

 

Das Michelbacher DORV-Zentrum 

Für Michelbach heißt das konkret: Nach umfassender Information der Öffentlichkeit werden in einer Befragung Bedürfnisse und Bereitschaft der Bürgerschaft erhoben. 

Als zweites wird die Ausweitung bzw. Ergänzung der vorhandenen Angebote geprüft. „Ein Laden alleine funktioniert nicht. Die Konkurrenz von Discountern und Co. ist zu groß“, betont Albert Küchel. Außerdem wolle man einen möglichen Wettbewerb mit bestehenden ortsansässigen Anbietern vermeiden. Der Schwerpunkt liege deshalb auf der Gewinnung zukünftiger Partner wie beispielsweise Dienstleister (Post, Reinigung, AWO, Dia- konie etc.) der Zusammenlegung, Integration bestimmter vorhandener Einrichtungen in ein Dorfzentrum. Denkbar seien zudem bedarfsabhängige Lieferdienste für Michelbach (die eingekauften Waren der Kunden werden in spezielle Kisten verpackt und zeitnah ausgeliefert). 

 

Grundvoraussetzung für das gesamte Unternehmen DORV- Zentrum ist und bleibt die „Einbindung der Bevölkerung, denn ohne diese und deren aktives Mitwirken funktioniert weder die Gründung noch der spätere Betrieb dieser Selbsthilfeeinrichtung“, lautet der Appell. 

So wurde der Abend beschlossen mit der Ausgabe eines Fragebogens. Mit vier Fragen wird die generelle Bereitschaft, die Art der Unterstützung, die Bereitschaft zur finanziellen Beteiligung in Form einer „Bürgeraktie“, die Verbindung zu Investitionswilligen sowie das Interesse an weiteren Informationen erhoben. 

Nach Rücklauf der Fragebögen und deren Auswertung entscheiden Verwaltung, Bürgerschaft und Projektbetreuer gemeinsam über das weitere Vorgehen. Das überwältigende Interesse der Michelbacher bei Vorstellung der Basisuntersuchung weckt berechtigte Hoffnungen, dass Michelbach in naher Zukunft über ein DORV-Zentrum verfügt. 

(auf das folgende Zeitungsbild klicken -> PDF-Datei, 1MB)

PDF-Datei Forum Oehringen-Michelbach durch anklicken


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