Kirchliche Räume zu Dritten Orten weiten

Wie können Kirchen und Pfarrhäuser, Gemeindesäle oder Kapellen zu lebendigen Treffpunkten im Ort werden? Wie lassen sich kirchliche Gebäude erhalten, sozialraumorientiert nutzen und zugleich wirtschaftlich tragfähig gestalten? Mit diesen Fragen haben sich fünf Modellgemeinden in Baden-Württemberg seit Beginn 2025 intensiv beschäftigt. 
Ihr gemeinsames Ziel: kirchliche Räume öffnen und als „Dritte Orte“ gestalten – Orte, die Gemeinschaft stiften, Begegnung ermöglichen und neue Impulse für das Leben vor Ort setzen.

Zwei sakrale und drei nicht-sakrale Gebäude wurden in den beteiligten Gemeinden in den Blick genommen. In Aichstetten, Ehrenstetten, Völkersbach, Mägerkingen und Wertheim sind dabei vielfältige Konzeptideen entstanden: Von einer Kirche, die Raum für Filmvorführungen und Spieleabende bieten soll, über ein Pfarrhof-Areal, das sich in eine Oase für Begegnung, Kultur und Spiritualität verwandeln könnte, bis hin zu Gemeinde- und Pfarrhäusern, die jungen Erwachsenen, Senioren oder Mitarbeitenden der lokalen Wirtschaft neue Wohnmöglichkeiten schaffen sollen.

Im Rahmen eines Fachtags Ende November stellten die Projektbeteiligten ihre Erfahrungen, Methoden und die bisherigen Ergebnisse vor – und zeigten, wie kirchliche Räume zu zukunftsweisenden Orten des Miteinanders werden können.

Die fünf Modellgemeinden im Überblick

Ehrenstetten (Kath. Gemeindehaus Georgsheim)
Das Ensemble aus Gemeindehaus, Pfarrhaus, Pfarrscheune und Hof soll zu einer „Oase für Begegnung, Kultur und Spiritualität“ werden. Wohnen, Kultur und Begegnung sind an einem Ort vereint.

Mägerkingen (Evang. Eugen-Mader-Gemeindehaus)
Durch Umbauten entsteht ein transparenter Treffpunkt für Gruppen, Vereine und Co-Working. Im Obergeschoss sind Mitarbeiterwohnungen einer regionalen Firma geplant; der Gewölbekeller bietet Raum für Vereine.

Völkersbach (Kath. Pfarrhaus mit Pfarrgarten)
Der Pfarrsaal soll erweitert und der Pfarrgarten als Dritter Ort eingebunden werden. Im 1. und 2. Obergeschoss entstehen Appartements und ein Gemeinschaftsraum unter dem Konzept „Lebenswert Wohnen im Alter“.

Wertheim (Evang. Marienkapelle)
Die Kapelle wird zu einem wandelbaren Multifunktionsraum – vom Andachtsraum zum Konzertsaal, vom Mittagstisch zur Ausstellung. Mit wenigen Handgriffen lässt sich der Raum an verschiedene Formate anpassen.

Aichstetten (Kirche St. Sebastian)
In einer achtwöchigen Testphase wurde der Kirchenraum neu gedacht: Gottesdienste, Filmabende, Kindermusicals und Vorträge zeigten das Potenzial eines offenen, wandelbaren und multifunktionalen Ortes „zwischen Ritual und Alltag“.


Beteiligte Institutionen: 
Erzdiözese Freiburg (Projektträger)
Diözese Rottenburg-Stuttgart
Evangelische Landeskirche in Württemberg
Evangelische Landeskirche in Baden

Projektträger:
Referat Kirche im Ländlichen Raum - Erzdiözese Freiburg
Verantwortlich: Ingrid Engelhart

Projektbegleitung:
SPES e.V. 
Prinzmetall Architekten
Sutter ³ GmbH & Co.KG

Laufzeit: Januar 2025 bis März 2026

Förderung:
Kabinettsausschuss des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

Wissenschaftliche Begleitforschung:
- Evangelische Hochschule Freiburg
- Intersectoral Shool of Governance Baden-Württemberg

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