In vielen ländlichen Gemeinden hat sich die Infrastruktur stark verändert: Gasthäuser, Geschäfte sowie Post- und Bankfilialen schließen, wichtige Treffpunkte gehen dadurch verloren.
Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft oder sozialer Hintergründe treffen sich seltener – Einsamkeit und Kontaktarmut nehmen zu. Gerade solche alltäglichen Begegnungen sind jedoch lebenswichtig für gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine starke Demokratie.
Hier setzen „Dritte Orte“ an – ein Konzept des Soziologen Ray Oldenburg. Neben dem Zuhause und Arbeitsplatz braucht es für alle zugängliche, einladende Wohlfühlorte, an denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen, kreativ werden oder gemeinsam aktiv sind. Sie stärken Zugehörigkeit und das lokale Miteinander.
Dorfcafé, Co-Working-Space, Werkstatt, Ladenfläche oder Veranstaltungssaal – Dritte Orte können vieles gleichzeitig sein.
Sie verstehen sich als Experimentier- und Lernorte für neue Erfahrungen und Zukunftsgestaltung und sind nicht unbedingt fest an Räumlichkeiten gebunden.
Aktuell läuft gerade das Modellprojekt „Kirchliche Räume zu Dritten Orten weiten“, ein Projekt des Referats Kirche im Ländlichen Raum - gefördert durch den Kabinettsausschuss LR in BW.
Die hier angestoßenen Konzepte und Ideen werden in den beteiligten Modellgemeinden weiterverfolgt, in den zuständigen Gremien beraten und – wo möglich – zeitnah umgesetzt.
Das Thema der sozialraumorientierten Nutzung kirchlicher Gebäude wird seit 1. Oktober 2025 durch SPES Zukunftsmodelle in einem neuen Modellprojekt fortgeführt und vertieft.
Unter dem Titel „Potenziale kirchlicher Gebäude entdecken – kooperativ, sozialraumorientiert und interkommunal“ soll die Thematik landesweit noch stärker in den Blick genommen werden.
Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Das Projekt wird bestehende Modelle und Nutzungsmöglichkeiten sichtbar machen, neue Ideen und Prozesse anstoßen, den Zugang zu passenden Förderprogrammen aufzeigen sowie innovative Trägerkonstellationen für eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung entwickeln.
In der Schwerpunktregion Breisgau–Markgräflerland werden zudem Multiplikator:innen qualifiziert und gemeinsam mit ihnen ein regionales WIRKnetzwerk erprobt.
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